Was ist "Kommissionieren"?

Millionen an Artikeln aus verschiedensten Onlineshops erreichen täglich ihre Käufer. Dass die Pakete den in der Regel auch den richtigen Inhalt haben, ist kein Zufall, denn hier waren Kommissionierer am Werk. Doch was ist Kommissionieren eigentlich und welche Rolle spielt es in den logistischen Prozessen eines Unternehmens?

Per Definition ist die Kommissionierung ein Vorgang, bei welchem Waren bereitgestellt werden – sei es zum Beispiel bei der Versandabwicklung im Rahmen eines Kundenauftrags (online wie offline) oder aber zur Herstellung eines Produkts. Auf dem Kommissionierauftrag sind dann die jeweiligen Waren aufgelistet, welche, um beim Onlineshop-Beispiel zu bleiben, in das Paket für den Kunden gepackt und versandfertig gemacht werden sollen. Ob im Rahmen von Logistik-Outsourcing oder in Eigenregie: Zum Abarbeiten dieser Kommissionieraufträge wird Personal benötigt, in diesem Fall von Kommissionierern. Diese werden mitunter auch als Greifer oder als Picker (engl. „to pick“ = greifen, sammeln) bezeichnet. Manche Unternehmen setzen für diese Tätigkeit aber auch Kommissionierroboter oder -automaten ein. Doch auch bei einem hohen Automatisierungsgrad geht es bei der Kommissionierung nicht ohne echte Handarbeit.

Wie wird kommissioniert?

Wie kommissioniert wird, hängt in erster Linie von der Art des Lagers sowie von den Waren ab. Kommt etwa das sogenannte FIFO-Verfahren (engl. First In First Out) zum Einsatz, so wird jene Ware zuerst kommissioniert, die auch zuerst eingelagert wurde. Demnach werden neu eingetroffene Waren hinten, und die zuerst auszulagernden Waren vorn im Regal eingelagert.

Hat der Artikel ein bestimmtes Mindesthaltbarkeitsdatum, muss dieses hingegen bei der Kommissionierung vorrangig betrachtet werden. Dann spricht man von „First Expired, First Out“, kurz FEFO. Hat eine längere Lagerdauer keinen Einfluss auf die Qualität der Ware, etwa bei Metallprodukten wie Schrauben oder Nägeln beziehungsweise bestimmtem Schüttgut wie Sand, Kohle oder Kies, findet hingegen das LIFO-Prinzip (Last In First Out) Anwendung beim Kommissionieren. Dann kann die zuletzt eingelagerte Ware auch zuerst entnommen werden.

Grundsätzlich gibt es zwei Kommissioniersysteme:

  • Ware-zum-Mann-System
  • Mann-zur-Ware-System

Dabei ist der Name der Systeme bereits selbsterklärend: Bei der Ware-zum-Mann-Kommissionierung wird die Ware zum Kommissionierer gebracht, etwa durch Fördertechnik. Hier ist besonders der Wegfall der Wegzeiten als Vorteil zu sehen. Beim Mann-zur-Ware-System sind sie nicht zu vermeiden: Hier begibt sich die kommissionierende Person zum jeweiligen Lagerort der Ware. Je besser die Wege hier optimiert sind, desto höher ist auch die Kommissionierleistung.

Was leistet ein Kommissionierer?

Bis Waren zur Auslieferung beziehungsweise zum Versand zusammengestellt und für den Transport vorbereitet sind, ist etwas Arbeit nötig. Zunächst müssen sich Kommissionierer gemäß Kommissionierliste oder Kommissionierungssystem zum Lagerplatz der Artikel begeben. Dies kann entweder zu Fuß oder in großen Warenlagern auch mit Hilfsmitteln wie Kommissionierfahrzeugen geschehen. Am Lagerplatz des Artikels angekommen entnehmen sie dieses, gegebenenfalls auch mit Hilfsmitteln wie Hubwagen oder Gabelstaplern, und legen es in den entsprechenden Kommissionierbehälter ab. Die kommissionierten Waren werden zudem aus dem System ausgebucht. Zuletzt werden die Artikel an die Verpackungsabteilung übergeben. Gegebenenfalls wird letzterer Schritt aber ebenso vom Kommissionierer erledigt.

Neben den zwei Kommissioniersystemen existieren außerdem drei Kommissioniermethoden, nämlich

  • Auftragorientierte, serielle Kommissionierung
  • Auftragorientierte, parallele Kommissionierung
  • Serienorientierte, parallele Kommissionierung

Welche dieser drei Methoden zum Einsatz kommt, hängt ganz vom Warenumschlag und dem Warenwirtschaftssystem ab, das in dem Unternehmen genutzt wird. Jede von ihnen hat ihre Vor- und Nachteile und ist zugleich nicht unbedingt für jeden Betrieb geeignet.

Fazit:

Kommissionierung ist ein essentieller Vorgang in den logistischen Prozessen, der sowohl personell als auch organisatorisch und infrastrukturell optimiert sein muss. Hier lauern Fehlerquellen, deren Ursachen in Unachtsamkeit, mangelnder Flexibilität, technischen Störungen oder auch im Zeitdruck liegen können. Die Folgen von entstandenen Falschlieferungen reichen von kostenintensiven Nachlieferungen bis hin zum Verlust des Kunden. Und dies ist sowohl für neu gegründete als auch für bereits auf dem Markt etablierte Unternehmen äußerst gefährlich. Das Kommissionieren lässt sich im Rahmen des Outsourcing jedoch hervorragend auslagern, gehört die Tätigkeit doch ohnehin zu den üblichen Aufgaben, die ein spezialisierter Fulfillment-Dienstleister übernimmt. Dieser verfügen in der Regel sowohl über die technischen und räumlichen Ressourcen, als auch über geschultes Personal, das sich voll und ganz um die anfallenden Kommissioniertätigkeit kümmern kann.

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