X

Make-or-buy

Cover Image
a
b
c
d
e
f
g
h
i
j
k
l
m
n
o
p
q
r
s
t
u
v
w
x
y
z

Was bedeutet Make-or-buy?

Bei einer Make-or-Buy-Entscheidung (auch Eigenfertigung oder Fremdbezug genannt) wägt ein Unternehmen ab, ob es Produkte, Komponenten oder Dienstleistungen selbst herstellt („Make“) oder von externen Lieferanten am Markt einkauft („Buy“). Diese Fragestellung kann grundsätzlich alle Bereiche der Wertschöpfungskette betreffen: von der Beschaffung über die Produktion bis hin zu Dienstleistungen und unterstützenden Funktionen.

Abgrenzung: Strategische vs. operative Entscheidung

Die zwei Dimensionen der Entscheidungsfindung unterscheiden sich vor allem im Zeithorizont und in der Tragweite:

  • Strategische Entscheidungen haben langfristige Auswirkungen und betreffen das Kerngeschäft des Unternehmens. Hierbei geht es oft um den Schutz von Kernkompetenzen und technologischem Know-how sowie den langfristigen Aufbau von Wettbewerbsvorteilen. Eine Fehlentscheidung kann langfristige negative Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit, die Kostenstruktur oder die technologische Unabhängigkeit haben.
  • Operative Entscheidungen sind dagegen kurzfristiger Natur. Sie dienen häufig dem Ausgleich aktueller Kapazitätsengpässe, etwa bei kurzfristigen Produktionsspitzen, oder der schnellen Kostenoptimierung. Daher können sie auch wesentlich flexibler revidiert werden.

Besondere Kriterien und Entscheidungsfaktoren

Um eine fundierte Entscheidung zwischen Eigenfertigung und Fremdbezug treffen zu können, müssen Unternehmen ein breites Spektrum wirtschaftlicher und qualitativer Faktoren analysieren. Im Mittelpunkt steht dabei der direkte Vergleich der Kostenstrukturen. Bei der Eigenfertigung werden vor allem die entscheidungsrelevanten Kosten betrachtet, beispielsweise variable Fertigungskosten, zusätzliche Personalkosten, notwendige Investitionen und mögliche Opportunitätskosten. Beim Fremdbezug sind der Einkaufspreis sowie Transaktions-, Transport- und Kontrollkosten relevant.

Neben den Kosten spielen das vorhandene Know-how und die Kapazitäten eine Rolle. Aktivitäten mit hoher strategischer Bedeutung oder besonderem Know-how werden häufig intern durchgeführt, um Wettbewerbsvorteile und Wissen zu sichern. Fehlen hingegen die erforderlichen internen Ressourcen, beispielsweise qualifiziertes Personal oder Maschinen, erzwingt dies oft die „Buy“-Option.

Zuletzt müssen Unternehmen das Risiko abwägen. Der Fremdbezug erhöht die Abhängigkeit von externen Zulieferern in Bezug auf Qualität und Liefertreue. Die Eigenfertigung hingegen steigert durch hohe Fixkosten das finanzielle Risiko bei Marktschwankungen.

Prozess der Entscheidungsfindung

Der Prozess der Entscheidungsfindung ist in der Praxis systematisch aufgebaut. Er beginnt mit einer Bedarfsanalyse, in der das Objekt oder die Dienstleistung präzise beschrieben wird. Anschließend werden die relevanten Bewertungsmaßstäbe festgelegt. Die Wirtschaftlichkeit wird beispielsweise durch Kostenvergleiche, Deckungsbeitragsanalysen oder, bei bestimmten Fragestellungen, durch Break-Even-Analysen untersucht. Nach der zusätzlichen Bewertung qualitativer Faktoren wie dem Image oder dem Datenschutz wird schließlich die optimale Variante ausgewählt und umgesetzt.

Eine Make-or-Buy-Entscheidung ist somit keine reine Kostenfrage, sondern eine ganzheitliche Abwägung wirtschaftlicher, strategischer und qualitativer Faktoren. Kurzfristige Entscheidungen sind häufig von Kapazitäten und Kosten geprägt, während bei langfristigen Entscheidungen insbesondere Kernkompetenzen, Abhängigkeiten und Wettbewerbsvorteile im Mittelpunkt stehen.

Mike Schubert und Raimund Bergler

Sie verkaufen. Wir lagern, verpacken und versenden.

Wir freuen uns darauf, mehr über Sie und Ihr Projekt zu erfahren.