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Bei einer Make-or-Buy-Entscheidung (auch Eigenfertigung oder Fremdbezug genannt) wägt ein Unternehmen ab, ob es Produkte, Komponenten oder Dienstleistungen selbst herstellt („Make“) oder von externen Lieferanten am Markt einkauft („Buy“). Diese Fragestellung kann grundsätzlich alle Bereiche der Wertschöpfungskette betreffen: von der Beschaffung über die Produktion bis hin zu Dienstleistungen und unterstützenden Funktionen.
Die zwei Dimensionen der Entscheidungsfindung unterscheiden sich vor allem im Zeithorizont und in der Tragweite:
Um eine fundierte Entscheidung zwischen Eigenfertigung und Fremdbezug treffen zu können, müssen Unternehmen ein breites Spektrum wirtschaftlicher und qualitativer Faktoren analysieren. Im Mittelpunkt steht dabei der direkte Vergleich der Kostenstrukturen. Bei der Eigenfertigung werden vor allem die entscheidungsrelevanten Kosten betrachtet, beispielsweise variable Fertigungskosten, zusätzliche Personalkosten, notwendige Investitionen und mögliche Opportunitätskosten. Beim Fremdbezug sind der Einkaufspreis sowie Transaktions-, Transport- und Kontrollkosten relevant.
Neben den Kosten spielen das vorhandene Know-how und die Kapazitäten eine Rolle. Aktivitäten mit hoher strategischer Bedeutung oder besonderem Know-how werden häufig intern durchgeführt, um Wettbewerbsvorteile und Wissen zu sichern. Fehlen hingegen die erforderlichen internen Ressourcen, beispielsweise qualifiziertes Personal oder Maschinen, erzwingt dies oft die „Buy“-Option.
Zuletzt müssen Unternehmen das Risiko abwägen. Der Fremdbezug erhöht die Abhängigkeit von externen Zulieferern in Bezug auf Qualität und Liefertreue. Die Eigenfertigung hingegen steigert durch hohe Fixkosten das finanzielle Risiko bei Marktschwankungen.
Der Prozess der Entscheidungsfindung ist in der Praxis systematisch aufgebaut. Er beginnt mit einer Bedarfsanalyse, in der das Objekt oder die Dienstleistung präzise beschrieben wird. Anschließend werden die relevanten Bewertungsmaßstäbe festgelegt. Die Wirtschaftlichkeit wird beispielsweise durch Kostenvergleiche, Deckungsbeitragsanalysen oder, bei bestimmten Fragestellungen, durch Break-Even-Analysen untersucht. Nach der zusätzlichen Bewertung qualitativer Faktoren wie dem Image oder dem Datenschutz wird schließlich die optimale Variante ausgewählt und umgesetzt.
Eine Make-or-Buy-Entscheidung ist somit keine reine Kostenfrage, sondern eine ganzheitliche Abwägung wirtschaftlicher, strategischer und qualitativer Faktoren. Kurzfristige Entscheidungen sind häufig von Kapazitäten und Kosten geprägt, während bei langfristigen Entscheidungen insbesondere Kernkompetenzen, Abhängigkeiten und Wettbewerbsvorteile im Mittelpunkt stehen.
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